Ich fange gleich an. Ich habe schon angefangen, aber gleich fange ich richtig an. Bevor ich anfange, muss ich erklären, warum ich eigentlich anfangen will.
Der erste Anfang liegt im Dunkeln, vielleicht war es Goethe mit opus 5 plus, oder doch Shakespeare mit seinen Opern, oder die Petrarca-Aufführung mit Cantiqua? Wenn man die Reihe der Personen, die ich gespielt habe, weiter zurückgeht, kommt man irgend wann bei Jesus an. Nein, den wollte ich nun doch nicht spielen.
Ist es die Lust am Mummenschanz, an der Lust, das zu sagen, was ich nicht anders sagen könnte, weil es zu verrückt ist –  oder zu wahr, dass es niemand glauben will. Oder die Angst vor der Leere des Tages, der Woche, des Monats, die durch die Arbeit an einem Text, an einer Szene vertrieben wird? Oder das Interesse an einem Thema,  das ich schon seit Studienzeiten kenne: Judas-Roman von Walter Jens?
Zum ersten Mal sah ich den Judas am Badischen Staatstheater, kurz vor Weihnachten, im März habe ich mich um die Aufführungsrechte bemüht – und sie bekommen; ich habe Aufführungen gesehen in Mannheim, Stuttgart und München. Bei jedem Besuch wuchs die Faszination, das Stück zu spielen und der Respekt vor dem Text. 75 Minuten, keine Pause, ein Monolog! ob ich jetzt schon verzweifeln soll?
Es wurde mir klar: Es geht nicht ohne professionelle Hilfe.  Renata Messing, mit Bildern im Kopf und sensiblen Ohren für die falschen Töne. Wir vertrauen einander. 
Gleich fange ich richtig an.

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